Allwetterreifen klingen zunächst verlockend: ein Reifensatz für das ganze Jahr, kein saisonaler Wechsel, keine Einlagerung. Für manche Fahrprofile kann das praktisch sein. Wer jedoch regelmäßig unterwegs ist, längere Strecken fährt, mit Familie, Gepäck oder Anhänger reist oder bei jedem Wetter sicher ans Ziel kommen möchte, fährt mit der klassischen Kombination aus Sommerreifen und Winterreifen in der Regel besser – und vor allem sicherer.
Denn Reifen sind der einzige Kontakt zwischen Fahrzeug und Straße. Genau dort entscheiden wenige Meter Bremsweg über Sicherheit.
Der Grundunterschied: Spezialist oder Kompromiss?
Sommerreifen sind für warme Temperaturen, trockene Straßen und Sommerregen entwickelt. Ihre Gummimischung bleibt bei Hitze stabil, die Profilblöcke sorgen für präzises Lenkverhalten und gute Bremsleistung.
Winterreifen sind dagegen Spezialisten für Kälte, Schnee, Matsch und Eis. Sie verfügen über zahlreiche Lamellen, die bei Schnee und Glätte für Grip sorgen, und bestehen aus einer weicheren Gummimischung, um auch bei niedrigen Temperaturen Fahrstabilität und kurze Bremswege zu ermöglichen.
Allwetterreifen kombinieren Eigenschaften von Sommer- und Winterreifen. Genau darin liegt aber auch ihr Nachteil: Sie müssen bei Hitze, Nässe, Kälte und Schnee funktionieren – können aber in den jeweiligen Extremsituationen meist nicht die Leistung guter Spezialreifen erreichen. Der ADAC beschreibt Ganzjahresreifen deshalb vor allem für gemäßigte Klimaregionen und passende Fahrprofile als Alternative, nicht als grundsätzlich beste Lösung für alle Autofahrer.

Bremsweg: Der wichtigste Sicherheitsfaktor
Gerade beim Bremsen zeigen Tests deutliche Unterschiede. Der ADAC hat 2025 insgesamt 16 Ganzjahresreifen der Größe 225/45 R17 getestet. Das Ergebnis: Nur vier Modelle wurden mit „gut“ bewertet, vier Reifen fielen mit „mangelhaft“ durch. Besonders deutlich wurde der Unterschied beim Nassbremsen: Zwischen dem besten und dem schlechtesten Reifen lagen 11,3 Meter. Wenn das Fahrzeug mit dem besten Reifen bereits steht, ist das Fahrzeug mit dem schlechtesten Reifen laut ADAC noch mit 41 km/h unterwegs.
Auch der Vergleich mit echten Spezialreifen spricht klar für Sommer- und Winterreifen. Stiftung Warentest fasst den ADAC-Test so zusammen: Im Durchschnitt bremsen Sommerreifen auf trockener und nasser Fahrbahn besser als Allwetterreifen, während Winterreifen auf Eis und Schnee besser abschneiden. Im Test 2024 benötigte ein guter Ganzjahresreifen auf trockener Straße aus 100 km/h 43 Meter bis zum Stillstand; die besten Sommerreifen lagen dagegen bei gut 35 bis 38 Metern.
Das zeigt: Allwetterreifen können bequem sein, aber beim Bremsweg bleibt die saisonale Kombination aus Sommer- und Winterreifen häufig die sicherere Lösung.
Traktion: Mehr Grip, wenn es darauf ankommt
Traktion bedeutet: Das Fahrzeug kann Kraft sicher auf die Straße bringen – beim Anfahren, Beschleunigen, Bremsen und in Kurven. Im Sommer brauchen Reifen Stabilität bei Hitze, auf trockener Fahrbahn und bei Starkregen. Im Winter geht es um Grip bei Kälte, Schnee, Matsch und Eis.
Genau deshalb sind Spezialreifen im Vorteil. Sommerreifen arbeiten optimal bei warmen Temperaturen, Winterreifen bei Kälte und winterlichen Straßenverhältnissen. Allwetterreifen müssen einen sehr breiten Temperatur- und Einsatzbereich abdecken. Das macht sie vielseitig, aber eben auch zum Kompromiss.
Für unsere Region rund um Schlüsselfeld, Neustadt an der Aisch, Bamberg, Erlangen, Fürth und Nürnberg bedeutet das: wechselhafte Winter, nasse Landstraßen, kalte Morgen, schnelle Autobahnetappen und gelegentliche Schneefälle sprechen klar für die sichere saisonale Lösung.
Kosten: Allwetterreifen wirken günstiger – aber nicht immer langfristig
Der größte Vorteil von Allwetterreifen liegt auf den ersten Blick bei den laufenden Nebenkosten: Der halbjährliche Reifenwechsel und die Einlagerung entfallen. Das spart Zeit, Aufwand und zunächst auch Geld. Aber der reine Blick auf den Anschaffungspreis greift zu kurz.
Allwetterreifen laufen das ganze Jahr und verschleißen entsprechend durchgehend. Bei der klassischen Kombination aus Sommer- und Winterreifen verteilt sich die Jahreslaufleistung auf zwei Reifensätze. Die Anschaffung ist zunächst höher, dafür wird jeder Reifensatz nur in seiner optimalen Saison genutzt.
Der ADAC weist darauf hin, dass nicht nur der Kaufpreis entscheidend ist. Reifen mit hoher Laufleistung können langfristig günstiger sein, weil sie weniger schnell ersetzt werden müssen. In einem ADAC-Beispiel aus einem Sommerreifentest war ein zunächst teurerer Reifen auf Dauer günstiger, weil er 69.300 Kilometer Laufleistung erreichte, während ein günstigerer Reifen bereits nach 37.400 Kilometern am Ende war.
Unser Fazit bei den Kosten: Für Wenigfahrer in der Stadt können Allwetterreifen wirtschaftlich interessant sein. Für Vielfahrer, Pendler, Familienfahrzeuge, SUVs, Dienstwagen und Fahrzeuge mit hoher Beladung ist die Sommer-/Winter-Kombination oft die bessere Investition in Sicherheit, Fahrverhalten und kalkulierbare Laufleistung.
Lebensdauer: Zwei Reifensätze relativieren die Mehrkosten
Ein häufiger Denkfehler lautet: Zwei Reifensätze sind doppelt so teuer. In der Praxis stimmt das nur bei der Anschaffung. Gefahren wird aber immer nur ein Satz. Sommerreifen sammeln im Winter keine Kilometer, Winterreifen im Sommer ebenfalls nicht.
Hinzu kommt: Ein Reifen, der zur Jahreszeit passt, arbeitet in seinem optimalen Temperaturbereich. Das verbessert nicht nur Bremsweg und Traktion, sondern kann auch den Verschleiß positiv beeinflussen. Wichtig bleibt trotzdem die regelmäßige Kontrolle von Profiltiefe, Reifendruck, Alter und Beschädigungen.
Der ADAC empfiehlt bei Winterreifen aus Sicherheitsgründen mindestens vier Millimeter Profiltiefe und einen Austausch nach spätestens sechs Jahren, weil die Gummimischung mit der Zeit aushärtet und der Grip bei tiefen Temperaturen nachlässt.
Rechtliches: Alpine-Symbol beachten
Bei winterlichen Straßenverhältnissen sind in Deutschland geeignete Reifen vorgeschrieben. Aktuelle Winter- und Ganzjahresreifen müssen dafür das Alpine-Symbol tragen – also das Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Eine reine M+S-Kennzeichnung reicht nicht mehr aus. Ganzjahresreifen gelten rechtlich als Winterreifen, wenn sie dieses Alpine-Symbol haben.
Wichtig ist aber: Rechtlich zulässig bedeutet nicht automatisch optimal sicher. Gerade bei Schnee, Eis, Starkregen, hoher Beladung oder höheren Geschwindigkeiten bleiben saisonale Reifen die stärkere Lösung.
Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Sommer- und Winterreifen | Allwetterreifen |
| Sicherheit | Beste Anpassung an die jeweilige Jahreszeit | Kompromiss für viele Bedingungen |
| Bremsweg | In Tests meist Vorteile bei Hitze, Nässe, Schnee und Eis | Je nach Modell große Unterschiede |
| Traktion | Besserer Grip durch spezialisierte Profile und Gummimischungen | Ausreichend für gemäßigte Bedingungen |
| Kosten | Höhere Anschaffung, dafür verteilte Laufleistung auf zwei Sätze | Geringere Anfangskosten, aber ganzjähriger Verschleiß |
| Lebensdauer | Jeder Satz wird nur saisonal genutzt | Ein Satz läuft das ganze Jahr |
| Komfort | Saisonaler Wechsel erforderlich | Kein saisonaler Wechsel nötig |
Unsere Empfehlung von Autohaus Maier
Allwetterreifen können für bestimmte Fahrer passen: wenig Kilometer, überwiegend Stadtverkehr, gemäßigtes Wetter, keine langen Urlaubsfahrten, kein Anhängerbetrieb und die Möglichkeit, das Auto bei starkem Winterwetter stehen zu lassen.
Für die meisten Kundinnen und Kunden empfehlen wir jedoch klar die Kombination aus:
Sommerreifen im Frühjahr und Sommer
für kurze Bremswege, stabile Seitenführung, präzises Lenkverhalten und Sicherheit bei warmen Temperaturen.
Winterreifen im Herbst und Winter
für bessere Traktion, mehr Grip, kürzere Bremswege und mehr Kontrolle bei Kälte, Schnee, Matsch und Eis.
Gerade bei modernen Hyundai- und Mitsubishi-Modellen mit Assistenzsystemen, Allradantrieb oder hoher Anhängelast gilt: Die beste Technik kann nur so gut arbeiten wie der Reifen, der den Kontakt zur Straße herstellt.
Reifenservice, Einlagerung und Beratung bei Autohaus Maier
Sie sind unsicher, welche Reifen zu Ihrem Fahrzeug und Ihrem Fahrprofil passen? Dann sprechen Sie uns an. Wir prüfen Profiltiefe, Reifenalter, Reifendruck, RDKS-Systeme und beraten Sie zu passenden Sommer-, Winter- oder Allwetterreifen.
Das Autohaus Maier bietet Ihnen außerdem einen umfassenden Reifenservice für Ihr Fahrzeug – von der fachgerechten Montage über das Auswuchten bis hin zur Kontrolle von Reifen und Felgen. Besonders bequem: Auf Wunsch lagern wir Ihre Sommer- oder Winter-Kompletträder fachgerecht für Sie ein. So sparen Sie Platz zu Hause, vermeiden schweres Schleppen und können sicher sein, dass Ihre Räder bis zur nächsten Saison professionell aufbewahrt werden.
Autohaus Maier
Hyundai und Mitsubishi in Schlüsselfeld und Neustadt an der Aisch
Mehr Informationen unter: www.maierbewegt.de
Unser Tipp: Setzen Sie bei Reifen nicht nur auf Bequemlichkeit, sondern auf Sicherheit. Die Kombination aus Sommer- und Winterreifen bleibt für viele Autofahrer die beste und sicherste Wahl – und mit unserem Reifenservice inklusive Einlagerung ist der saisonale Wechsel besonders komfortabel.

